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ARTE

21.01.2003, ICE 597, Abfahrt 9:41 Berlin Zoologischer Garten, Ankunft 15:08 Stuttgart Hauptbahnhof.

Rumsfeld im Kleinkindabteil




Video: Real-Video: Im ICE


Ein schlafender Bundeswehrsoldat.
Raus aus Berlin. Wochenende in Stuttgart. Ticket habe ich schon vor einer Woche gekauft. Es ist gut, den Tag im ICE zu verbringen, keine Nachrichten dringen in die Alluminumhülle, selbst Handys funktionieren nur in den Bahnhöfen. Ich erinnere mich nur an eine einzige Bahnreise, während der der Schaffner seine Fahrgäste mit einer Durchsage darüber informierte, was draußen passierte: Während der Fußballweltmeisterschaft in Japan und Korea, Halbfinale, teilte er mit, dass Brasilien soeben das 1:0 gegen England geschossen hatte. Ich habe dies als Belästigung empfunden, erwirbt man doch mit dem Ticket das Recht, ein paar Stunden NICHTS zu erfahren.

Meine Mitreisenden unterhalten sich nicht über den Krieg. Daran, dass sie im Großraumabteil Intimes und Wichtiges nicht nach außen kehren wollen, kann es nicht liegen: ich höre im Zugabteil von Krankheiten in verschiedensten Körperregionen, dass ich schon darüber nachdenke, ob Zugfahren ähnlich gesundheitsschädlich ist wie Rauchen oder Sonnenbänke.

Erste ICE-Frage (zwischen Hannover und Fulda)

- Warum tragen die ICE-Züge keine Namen mehr, sondern nur noch Nummern? Maurice Ravel beispielsweise war doch ein schöner. Warum sprechen die Schaffner jetzt auch französisch? Ist das eine Wiedergutmachung für die enttäuschen Ravel-Fans?

Zweite ICE-Frage (zwischen Fulda und Frankfurt)

- Warum reisen Bundeswehrangehörige im ICE immer im Kampfanzug nach Hause, wo doch Köche, Malermeister und Rettungsschwimmer sich ihrer Berufskleidung entledigen, bevor sie ins Wochenende starten? Kann es sein, dass die Soldaten im Zug heute die Blicke der Reisenden noch mehr genießen als sonst? Kann es sein, dass wir Deutsche auch deswegen nie jemanden angreifen, weil die Soldaten kein Plan&Spar-Ticket-40 im Gruppentarif mehr bekämen?

Dritte ICE-Frage (zwischen Frankfurt und Mannheim)

- Warum organisiert Donald Rumsfeld nicht mal eine ICE-Reise mit Kleinkindern. ICE-Reisen mit Kleinkindern können strategische Energien mehrerer kriegshungriger Menschen bündeln. Der Umgang mit dem Römer-Baby-Safe, Thermoskannen, Bananen und Caprisonne erfordert mindestens so viel Geschick wie der mit Apache-Hubschraubern, Nighthawks und Dragon Eyes, die die Süddeutsche an diesem Tag jeweils mit Bildchen abdruckte („Innerhalb von nur zehn Minuten ist das Dragon Eye startklar“).