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ARTE

21.03.2003, Isle des cygnes, Paris, 16. Arrondissement

Am Fuße der „echten“ Freiheitsstatue




Video: Real-Video: Die echte Freiheitstatue
Man kann ein Stück Frankreich in den USA besuchen, und zwar die vom französischen Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi entworfene und 1886 eingeweihte Freiheitsstatue, die Frankreich den USA zum 100-jährigen Bestehen schenkte. Die Statue auf der Pariser Isle des cygnes hingegen stammt aus dem Jahre 1881. Man könnte nun chauvinistisch feststellen, dass sie ganze fünf Jahre vor ihrer berühmten Schwester erbaut wurde. „Die Freiheit, die in die Welt hinausstrahlt“ ist hier in Paris der Ort, an dem die Vergnügungsschiffe auf der Seine wieder umdrehen.

Der überzeugte Patriot Frédéric-Auguste Bartholdi, der seine Inspiration und Arbeitstechniken mehreren Reisen nach Ägypten verdankte, schuf zu Beginn seiner Karriere die Statue des Generals Rapp. Die Besetzung und Annexion des Elsass im Jahre 1871 prägte sein Werk nachhaltig. Eigentlich müsste sich Bartholdi heute im Grabe umdrehen, denn derzeit dient die „Freiheit“ als Name für Kriegsoperationen und erhellt die Welt nur noch mit Hightech-Waffen.

Am Fuße des Kunstwerks haben sich ein paar Jugendliche versammelt; sie hören Rap, rauchen und trinken, na, was wohl, Coca-Cola. Sie kommen neuerdings hierher, denn in dem Park, in dem sie sich bislang aufhielten, „greifen die Polizisten jetzt ganz hart durch, wenn man seinen Stoff raucht“.

Wahrscheinlich ist dies Teil der Operation „Freedom in France“ – Freiheit in Frankreich. Sie wollen unbedingt, dass ich mir ein Lied anhöre, der Anfang stammt von Kerry James, einem afro-amerikanischen Rapper, und lautet: „Soll ich Euch vom Attentat der USA auf Hiroshima erzählen, auf Afghanistan, soll ich Euch davon berichten, wie sie Frauen und Kinder töten, ich sag’ es dir ganz offen: Ich habe nichts am Hut mit deinen zwei Türmen und Pearl Harbor“. Die jungen Leute befürchten, mich damit total geschockt zu haben. Ich zeige auf die Statue, um zu verdeutlichen, dass man Meinungsfreiheit ja auch leben soll. Einer der Jungs klopft freundschaftlich auf den Sockel der Statue und meint „Diese hier gehört uns“. „Ich bin gegen Bush“, sagt ein anderer, „aber nicht gegen die Amerikaner. Den Amerikanerinnen bin ich sogar schon sehr nahe gewesen, ich hatte zwei amerikanische Freundinnen.“